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ERZIEHUNGSHILFE
1. Die Ausbildung erfolgt in Modulen, im Umfang von jeweils 8 Stunden.
2. Soweit der institutionelle und administrative Rahmen es zulassen, sollen die Inhalte - besonders die Vermittlungsformen - nicht theoretische Ausbildungsthemen bleiben, sondern in das Handeln der Modulgruppe einbezogen sein.
3. Der Zugang erfolgt über das so genannte Drei-Türen-Modell. Eine Kontextanalyse beinhaltet in der Regel immer individualpsychologische, behavioristische und systemische Zugänge. Ressourcenorientierung, Lösungsorientierung und Zirkularität sind dabei handlungsbestimmend.
4. Zentrales Anliegen der schulischen Erziehungshilfe (in Abgrenzung zur jugendhilfebezogenen Erziehungshilfe) ist die Herstellung und Aufrechterhaltung von Bedingungen, die intentionsgerechten Unterricht auch unter erschwerten Voraussetzungen ermöglichen.
5. Unverzichtbarer Ausbildungsinhalt ist Beratung. Die Technik der kooperativen und der lösungsorientierten Beratung stehen gleichberechtigt nebeneinander.
6. Schwerpunkt der Arbeit ist der Aufbau positiven
Verhaltens. Dabei wird der Schüler oder die Schülerin in der Persönlichkeit
gestärkt. Nach dem Drei-Türen-Modell ergeben sich daher als primäre Techniken
die Verstärkung, die Ermutigung und das Kompliment (Spiegeln von Ressourcen) mit
jeweils spezifischen Regeln.
7. Der Aufbau positiven Verhaltens erfolgt in positiven Bildern und Imaginationen. Ansätze und positive Schritte werden durch geeignete Rückmeldestrategien, Regeln und Rituale gestützt. Gleichzeitig erfolgt ein respektvoller Beziehungsaufbau.
8. Die Reaktion auf unerwünschtes, störendes oder hinderliches Verhalten erfolgt über Grenzsetzungen, erst dann über logische Konsequenzen. In diesem Prozess ist der Schüler bzw. die Schülerin eng in Planungen und Verträge mit eingebunden.
9. Da der Aufbau positiven Verhaltens einerseits, der Abbau nicht angemessenen Verhaltens andererseits gleichermaßen Aufgabenfelder der Erziehungshilfe sind, sollen die Bereiche "Prävention" und "Intervention" gleichrangig gewichtet sein.