Der Behaviorismus

Der Behaviorismus untersucht die Auswirkung von bestimmten Reizkonstellationen auf das Verhalten einer Person, d.h. es geht um funktionale Abhängigkeiten zwischen Reiz und Reaktion. Im Mittelpunkt steht stets der Schüler, nicht ein System oder ein Konfliktpartner. In der ursprünglichen Form werden gedanklichen Prozesse  zwar nicht geleugnet, spielen aber keine Rolle. Die Vertreter der humanistischen Psychologie kritisierten den Behaviorismus deshalb als "Psychologie ohne Seele"

Universell gültige Lerngesetze (Klassisches Konditionieren: Pawlows Hund, Operantes Konditionieren: Skinners Box, Nachahmungslernen: Bandura: stellvertretende Verstärkung) ermöglichten eine Vorhersage, ob ein Verhalten gelernt werde oder nicht, d.h. der Mensch ist durch die Umwelt vollkommen determiniert. Würde man also alle durchlebten Umweltbedingungen eines Menschen kennen, wäre seine Persönlichkeit vollständig erklärbar; außerdem könnte ein Mensch durch die Herstellung entsprechender Umweltbedingungen beliebig geformt werden.

Stehen wir heute den so genannten Verstärkerprogrammen sehr kritisch gegenüber, so wird die Gültigkeit der Lerngesetzte nicht in Frage gestellt, d.h. man kann diese nicht außer Kraft setzen, genauso wie man die Schwerkraft nicht außer Kraft setzen könnte. Das Verhalten der Lehrkraft hat stets verstärkende, bestrafende oder extinktive Wirkungen, die in Konfliktsituationen aufgedeckt werden können ( z.B.: Störung > Aufmerksamkeit = Verstärkung, problemloses Arbeiten > Nichtbeachtung = Löschung )

Fünf Aspekte von Verhaltenskonsequenzen

1. Belohnung, Positive Verstärkung (Positive Reinforcement)

  • Ein bestimmtes Verhalten hat eine positive Konsequenz zur Folge.

  • >Das vorausgegangene Verhalten wird häufiger gezeigt.

2. Negative Verstärkung ( Negative Reinforcement)

  • Ein bestimmtes Verhalten hat die Beendigung unangenehmer Reize zur Folge

  • >Das vorausgegangene Verhalten wird häufiger gezeigt.

3. Bestrafung (Punishment)

  • Ein bestimmtes Verhalten hat eine negative Konsequenz zur Folge.

  • >Das vorausgegangene Verhalten wird weniger häufig gezeigt.

4. Löschung (Extinction)

  • Ein vorher verstärktes Verhalten bleibt ohne Konsequenz.

  • >Bisher verstärkte Verhaltensweisen werden rückläufig.

5. Zeitfenster/Regelmäßigkeit (Kontiguität/Kontingenz)

  • >Positive und negative Konsequenzen müssen zeitgleich/zeitnah erfolgen.

  • >Der Grad der Wahrscheinlichkeit des Auftretens muss hoch sein.

 

 

 

 

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